Trennung, Kinder ... und jetzt? Mit dem Wechselmodell gemeinsam Verantwortung übernehmen

"Die Kinder bleiben bei mir!", "Du allein bist für die Kinder verantwortlich!" - Diese radikalen Ansichten führen im Falle einer Scheidung häufig zu heftigen Auseinandersetzungen und dienen oftmals weder dem Kindeswohl noch dem eigenen Seelenfrieden. Kinder sollten - außer in extremen Fällen - auch nach einer Trennung Kontakt zu beiden Elternteilen haben dürfen und Mutter sowie Vater sollten sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Wie genau jedoch die nacheheliche Kindererziehung geregelt werden sollte, lässt sich nicht pauschal sagen. Hierbei kommt es stets auf den Einzelfall an. Eine Möglichkeit wäre etwa das sogenannte "Wechselmodell".

Das sogenannte "Wechselmodell" und auch "Nestmodell" ist derzeit bei vielen geschiedenen Paaren mit Kindern in aller Munde. Doch bietet die hälftige Aufteilung der Fürsorge für gemeinsame Kinder wirklich nur Vorteile? Lassen Sie uns dies gemeinsam aufschlüsseln.

Wie können wir unseren Kindern nach der Trennung gerecht werden und sie bestmöglich betreuen? Diese emotional aufgeladene Frage bringt viele Eltern an ihre Grenzen.

Das Wechselmodell scheint eine gerechte Lösung für dieses Problem zu sein. Bedenken Sie jedoch, dass auch für dieses Modell gewisse Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Lassen Sie uns diese im Rahmen eines Beratungsgesprächs oder einer Mediation überlegen und zu einem Ergebnis kommen, welches das Wohl Ihrer Kinder in den Mittelpunkt stellt, aber auch Streitigkeiten zwischen Ihnen und Ihrem Partner aus der Welt schafft.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf bzw. Ihre E-Mail.

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Was bedeutet Wechselmodell?

Häufig kommt es nach einer Trennung bzw. Scheidung dazu, dass gemeinsame Kinder hauptsächlich bei nur einem Elternteil leben (Residenzmodell). Der andere Teil  hat ein Umgangsrecht, dessen Umfang sich nach den Möglichkeiten des Einzelfalles richtet.
Viele Kinder vermissen jedoch den anderen Elternteil und fühlen sich zurückgesetzt. Auch zahlreiche Väter bzw. Mütter verstehen das Residenzmodell als Benachteiligung, da sie ihre Kinder nur sehr selten sehen. Betrachtet man den Fall von der Gegenseite, so bleibt zudem fast die gesamte ungslast an nur einem Elternteil hängen.

Das Wechselmodell kann Abhilfe schaffen: Nach diesem Modell sollen Kinder im bestmöglichen Fall zu 50 % bei der Mutter und zu 50 % beim Vater leben. Das Verhältnis kann je nach Situation der Familie auch 60 % zu 40 % sein; dann muss der Elternteil, bei dem die Kinder seltener leben, jedoch unter Umständen Unterhalt zahlen.

Besondere Form des Wechselmodells: Das Nestmodell

Das Wechselmodell kann unterschiedliche Formen annehmen. Eine davon ist das sogenannte "Nestmodell". Hierbei wechselt nicht das Kind die Wohnung. Vielmehr pendeln die Eltern abwechselnd und in regelmäßigen Abständen zum Kind.

Dieses Modell hat den Vorteil, dass das Kind seinen Lebensmittelpunkt nicht ständig verlagern muss. Es behält stets sein gewohntes Umfeld, sodass keine Probleme in Bezug auf Freunde, Sportvereine, Schule usw. entstehen. Darüber hinaus wird ihm bzw. ihr das mühsame Pendeln zwischen zwei Wohnorten erspart. Das Nestmodell kann allerdings in finanzieller Hinsicht problematisch sein, wenn eine Drittwohnung benötigt werden würde.

Wenn Sie und Ihr Partner sich jedoch auf eine kleine Zweitwohnung einigen, die Sie abwechselnd bewohnen, oder wenn Sie bei Ihren neuen Partner einziehen können, sind die finanziellen Risiken dieses Modells überschaubar.

Ist das Wechselmodell eine gute Lösung für unsere Familie?

Ob das Wechselmodell für Sie infrage kommt, sollte sich vor allem am Kindeswohl orientieren. Besonders kleine Kinder benötigen ein stabiles Umfeld und könnten den ständigen Wechsel des Lebensbereichs als belastend empfinden.

Weitere Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie eine Vereinbarung über die nacheheliche Kindererziehung treffen:

  • Wer war bislang für die Kinderbetreuung vorrangig zuständig? Ist vielleicht nur ein Elternteil Bezugsperson für die Kinder?
  • Wie gestaltet sich Ihre berufliche Situation? Ist eine ausgeglichene Betreuung überhaupt möglich?
  • Wie sieht die wirtschaftliche Situation Ihrer Familie aus? Wäre die Anmietung einer zweiten Wohnung, in der genügend Platz für Ihre Kinder vorhanden ist, möglich?
  • Wie viel Fremdbetreuung würde beim Wechselmodell benötigt werden? Können Sie diese bezahlen?
  • Wie nah liegen die Haushalte beieinander? Ist es für Ihre Kinder einfach möglich, die Haushalte zu wechseln? Sind Sie in der Lage, Ihre Kinder zu fahren?
  • Wie weit liegen Kindergarten, Schule oder Sportvereine von beiden Haushalten entfernt?

Diese und weitere Fragen können wir gerne im Rahmen einer Mediation klären und im Zuge dessen eine rechtlich verbindliche Sorgerechtsvereinbarung aushandeln. Steht Ihnen die Scheidung noch bevor, so vertreten wir Sie selbstverständlich auch gerne anwaltlich vor dem Familiengericht. Beachten Sie, dass in einem Scheidungsverfahren Anwaltszwang herrscht.

Obwohl sich das Wechselmodell bzw. Nestmodell zunächst nach einer fairen Lösung für alle anhört, muss einiges beachtet werden, damit es auch wirklich reibungslos funktioniert.

Zudem ist es nicht für jedes Kind gleichermaßen geeignet und auch die Organisation kann sich als schwierig herausstellen. Lassen Sie uns gemeinsam besprechen, ob das Wechselmodell für Ihre Familie infrage kommt.

Bitte rufen Sie uns hierzu an oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir sind gerne für Sie da!

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